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Ich nehme mich gerne für alles, was ich schreibe als Beispiel. Denn die Sichten eines Menschen spiegeln nur das wieder, was er selbst erfahren hat.

 

Nehmen wir, um das Ganze ein wenig zu verdeutlichen, mal den Aspekt mit dem Allein sein und der Liebe.

 

 Ich war mein ganzes Leben lang alleine. Natürlich kann man das pauschal so nicht sagen, denn ich habe auch Familie und Freunde. Aber es ist eher das Gefühl alleine zu sein. Einsamkeit an sich ist etwas schreckliches. Viele Menschen, die ich liebte, seien es Freunde oder Familienangehörige, starben. Zwei dieser Verluste haben mich sehr mitgenommen und geprägt. Die "Saat", die dieser Verlust pflanzte, zeigt sich sehr oft. Denn bei sehr geliebten Personen ist der Verlust nicht erklärbar, vor allem, wenn er in jungen Jahren stattfindet.

 

Eine, der ersten Menschen, die ich kennenlernte, war zu der Zeit mein bester Freund. Ich bin regelrecht mit ihm aufgewachsen, weil unsere Familien sich kannte und auch gut verstanden. Damals hätte ich niemals gedacht, dass das alles so passierte, wie es passierte. Er starb in einem Unfall. Er wurde von einem Bus überfahren. Alleine dieser Verlust hatte mir sehr zu schaffen gemacht. Doch das Schlimmste daran war, dass ich mit meinen eigenen Augen sah, wie er überfahren wurde.

Um damit auch nur im geringsten klar zu kommen, wurde ich zur psychologischen Betreuung geschickt. Es half ein wenig, aber niemand, auch nicht der beste Psycho-Arzt kann dich aus so einer Sache herausholen, ohne irgendwelchen Schaden mit sich zu tragen.

 

Ich bin einer der Menschen, die sich in den Alkohol flüchtete. Ich fing recht früh an Alkohol zu trinken. Anfangs war es natürlich auch nur so eine Sache, um "cooler" zu wirken. Doch mit der Zeit merkte ich, dass es ein guter Ersatz ist, wenn dir etwas wichtiges fehlt.

Die nächste Person, die ich verlor, und die mir alles bedeutete, war meine Oma. Sie zog mich mein halbes Leben lang auf, weil meine Mutter Geld verdienen musste. Wenn man einen Vater hat, der während der Schwangerschaft verschwindet, weil er das nie wollte, muss einer das Geld nach Hause bringen. Es kann auch gut sein, dass das Aufwachsen ohne Vater dazu beigetragen hat, dass ich heute ein so kaputter Mensch bin. Wer weiß das schon.

Jedenfalls starb meine Oma an Demenz. Eine widerliche Krankheit. Man vergisst alles, bis man sich selbst vergisst. Der grausamste Moment in dieser Zeit war, als meine eigene Oma nicht mehr wusste, wer ich war. Als sie nachfragen musste, warum ein, ihr fremder Junge, in ihrem Wohnzimmer steht. Ich weiß noch, wie ich schlucken musste und mit aller Kraft versucht hatte, nicht in Tränen auszubrechen. Wenn man ohne Vater aufwächst, muss man bei Problemen für seine Mutter da sein. Und man versucht dann natürlich, keine Schwäche zu zeigen oder gegebenenfalls nicht zu weinen.

Nachdem auch meine Oma gestorben ist, wusste ich nicht weiter. Ich fühlte mich leer und versuchte die Löcher, die ich bis dahin schon erleiden musste, mit Alkohol und anderen Drogen zu stopfen. Es ist falsch, sehr falsch sogar. Ich möchte, wenn ich ehrlich bin, auch gar nicht wissen, wie viel der Alkohol in meinem Leben zerstört hat.

So wuchs der Gedanke, dass ich alleine bin und das alles, was mir auch nur im geringsten etwas bedeutet, geht und nicht mehr wiederkommt. Zumal das nicht die einzigen Verluste in meinem Leben waren. Recht viele Freunde, und auch ziemlich viele Familienangehörige folgten. Damit wurde der Gedanken des "Alleine sein" recht schnell zu meinem Hauptgedanke. Man muss das natürlich akzeptieren. Es gibt keinen anderen Weg. Ich akzeptierte das auch, was anderes blieb mir schließlich nicht übrig. Meine Umgebung, mein Umfeld und die Leute, die ich kannte, haben mich dann sehr früh, auf den falschen Weg gebracht. Drogen, Alkohol, Schlägereien.. Die Liste ist sehr lang. Man selbst ist nur das Produkt seiner Umgebung. Und ich hatte bisher nur schlechte Umgebungen. So spielt das Leben. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob ich das traurig oder schon lustig finde, wie das Leben von Menschen verläuft. Man erwartet viel, doch man bekommt nichts.

10.12.15 03:24
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


sphaere / Website (10.12.15 20:36)
jeder mensch ist im grunde genommen alleine.
in gesellschaft merkt man es bloss weniger.

ich habe das gefuehl,
dass du im grunde genommen ein prima kerl bist.

lebe dein leben so,
wie du es fuer richtig haeltst.


indianwinter (8.2.16 05:20)
Ich glaube ganz sicher, in ihrem Herzen hat Deine Oma immer gewusst, wer Du bist und dich geliebt!

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